Am Sonntagnachmittag, war ich sehr müde und legte mich mal hin. Ich dämmerte kurz weg und wachte wieder auf. Ich schaute auf die Bibel neben meinem Bett und wartete, ob Gott mich auf eine bestimmte Stelle aufmerksam machen möchte (ich frage ihn das des öfteren). In meinem Geist hörte ich diese Aussage:
„Psalm 77 – damit hast Du für Dein Leben ausgesorgt!“
Hui, da war ich gespannt. Bevor ich aufgeschlagen hatte hörte ich „Vers 12“.
Dies ist Ps 77,12:
„Ich will gedenken der Taten Jahs (=des HERRN); ja, deiner Wunder von alters her will ich gedenken.“
Ein kurzer Gedanke dazu:
Asaf beschreibt sein Leiden, dass er voller tiefstem Verlangen nach einer Antwort und nach Klarheit ist über die Frage, warum er oder seine Gemeinschaft das Handeln und Reden Gottes nicht erleben.
Er überlegt sogar schon, dass es sein könnte, dass Gott aufgehört hat, gnädig zu sein, dass seine Verheißungen nicht mehr gelten oder Gott nicht mehr mit ihnen redet (V.9). Als Höhepunkt dieser Ideen sagt er in V. 11, dass sich die Rechte (rechte Hand) des Herrn geändert hat (seine Art, an ihnen zu handeln und sich stark zu erweisen für sie).
Er irrt sich gewaltig, wie wir zum Glück aus der Bibel wissen können:
Ps 89,35
Ich werde meinen Bund nicht entweihen und nicht ändern, was hervorgegangen ist aus meinen Lippen.
4.Mose 23,19
Nicht ein Mensch ist Gott, daß er lüge, noch der Sohn eines Menschen, daß er bereue. Sollte er gesprochen haben und es nicht tun und geredet haben und es nicht aufrechthalten?
Mal 3,6
Nein, ich, der HERR, ich habe mich nicht geändert; (…).
Jak 1,17
Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten.
Hebr 13,8
Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.
Vor lauter frustrierter Überlegung kommt Asaf hier also zu einer wirklich verirrten und verdrehten Idee. Er kann nicht mehr erkennen, wie Gott wirklich ist.
Aber da kommt die Hilfe, der rettende Gedanke: Er beschließt, sich an die Taten Gottes von früher zu erinnern und sagt und entscheidet:
„Ich will gedenken der Taten Jahs; ja, deiner Wunder von alters her will ich gedenken.“
Und dann lies mal, was in seinen Gedanken passiert (V. 14 – s.u.) .
Hier ist der ganze Psalm 77 in der Elberfelder Übersetzung:
1 Dem Chorleiter. Nach Jedutun. Von Asaf. Ein Psalm.
2 Meine Stimme <ruft> zu Gott, und ich will schreien! Meine Stimme <ruft> zu Gott, daß er mir Gehör schenke.
3 Am Tag meiner Drangsal suchte ich den Herrn. Meine Hand war des Nachts ausgestreckt und ließ nicht ab. Meine Seele weigerte sich, getröstet zu werden.
4 Denke ich an Gott, so stöhne ich. Sinne ich nach, so verzagt mein Geist. //
5 Du hieltest <offen> die Lider meiner Augen; ich war voll Unruhe und redete nicht.
6 Ich durchdachte die Tage vor alters. Der Jahre der Urzeit gedachte ich.
7 Ich sann nach des Nachts; in meinem Herzen überlegte ich, und es forschte mein Geist.
8 Wird der Herr auf ewig verwerfen und künftig keine Gunst mehr erweisen?
9 Ist seine Gnade für immer zu Ende? Hat das Wort aufgehört von Geschlecht zu Geschlecht?
10 Hat Gott vergessen, gnädig zu sein? Hat er im Zorn verschlossen seine Erbarmungen? //
11 Da sprach ich: Das ist mein Schmerz, daß sich die Rechte des Höchsten geändert hat.
12 Ich will gedenken der Taten Jahs; ja, deiner Wunder von alters her will ich gedenken.
13 Ich will nachdenken über all dein Tun, und über deine Taten will ich sinnen.
14 Gott! Dein Weg ist im Heiligtum. Wer ist ein so großer Gott wie unser Gott?
15 Du bist der Gott, der Wunder tut, du hast deine Stärke kundgetan unter den Völkern.
16 Du hast dein Volk erlöst mit <deinem> Arm, die Söhne Jakobs und Josefs. //
17 Dich sahen die Wasser, Gott, dich sahen die Wasser: sie bebten; ja, es erzitterten die Tiefen.
18 Die Wolken ergossen Wasser, das Gewölk ließ eine Stimme erschallen, und deine Pfeile fuhren hin und her.
19 Die Stimme deines Donners war im Wirbelwind. Blitze erleuchteten die Welt. Es zitterte und bebte die Erde.
20 Durch das Meer <führt> dein Weg und deine Pfade durch große Wasser. Doch deine Fußspuren erkannte niemand.
21 Wie eine Herde hast du dein Volk geleitet durch die Hand Moses und Aarons.
Ich habe es seit dem in einigen Situationen erlebt und ausprobiert (= getan): ich habe mich bei sorgenden oder negativen Gedanken aufgehalten und als es mir bewusst wurde, dass ich da gerade „im Müll wühle“, habe ich sofort umschalten können und über irgendeine Geschichte der Helden von früher gedacht und wie Gott sie gerettet und ihnen geholfen hat. Und es spricht zu meinem Herzen, auf Ideen von Details zu kommen, wie gut Gott ist, dass er z.B. so deutlich zu Josua gesprochen hat, dass er mit Sicherheit die Taktik wissen konnte, wie er sich im Kampf gegen Jericho verhalten soll.
Da fällt mir ein alter Witz ein:
Ein junger Typ hat sich zu Jesus bekehrt und liest mit Aufregung die ganzen Geschichten in der Bibel. Er ist am trampen. Mit einer Hand hält er die Bibel und die andere hält er raus um Autos anzuhalten.
Plötzlich brüllt er laut: „Hallelujah!!!!“
Das hört ein vorbeigehender Pastor. Der fragt: „Junger Mann, was veranlasst sie denn, so laut vor Freude dieses Lob Gottes in der Öffentlichkeit auszurufen?“ Der junge Christ antwortet: „Ich habe in der Bibel gerade gelesen, wie Gott für sein Volk Israel das rote Meer teilte, damit sie da zu Fuß und ohne nass zu werden durchgehen können. Das ist doch der Hammer!“
Der Pastor räuspert sich und meint, den enthusiastischen jungen Menschen mit den Zweifeln einer Nicht-Glaubenden Theologie vollabern zu müssen: „Nun ja, wissen Sie, wir Theologen wissen heute, dass es dort wahrscheinlich einen bestimmten Wind gegeben hat, der eine Furt im Wasser freigeblasen hat, so, dass das Volk Israel durch das Wasser hindurch gehen konnte. Es wird aber bestimmt noch um die 20 cm hoch gewesen sein.“
Der junge Mann schaut den Pastor kurz verwundert an, wendet sich dann aber wieder strahlend seiner Lektüre zu. Der Pastor geht weiter.
Plötzlich durchbricht ein gellendes Jubelgeschrei die Stille der Szene an der Landstraße. er junge Mann tanzt auf der Stelle und dreht sich im Kreis und hat schon mehrmals laut „Hallelujah! Hallelujah!“ gerufen.
Der Pastor ruft erschrocken zu ihm rüber, was ihn denn jetzt so bewege.
Der junge Mann ruft zurück: “ Stellen sie sich bloß vor: Unser Gott hat es fertig gebracht, sein Volk vor einer tödlichen Armee zu retten, indem er diese Armee in 20 cm tiefem Wasser ersäuft hat“!