Hätte ich nicht gewusst, dass es Gott war, hätte ich es nicht geglaubt

Nach einem anstrengenden und erfüllten Arbeitstag kam ich heute spät nach Hause. Als ich dann irgendwann mal am Schreibtisch saß, dachte ich an den Blog und ich sah die Szene, in der ich normalerweise direkt neben Gott in einem Ruderboot sitze. Ich sah sofort, dass mit Gott “etwas nicht zu stimmen” schien. Da machte ich mich daran und begann es aufzuschreiben
Ich sitze im Boot links neben Ihm.
Er hat sich etwas nach rechts gedreht und die Arme auf die Knie gestützt schaut er traurig ins Wasser.
Er ist tatsächlich “am schmollen”. Es wird immer schlimmer.
Ich empfinde es, als hätte ich es mit einem gekränkten Kind zu tun.
Er wirft etwas ins Wasser, sein Gesicht ist eindeutig voll Schmerz über etwas, dass ihm sehr zu schaffen macht. Er ist fast verzweifelt.
Tränen beginnen ihm zu laufen.
Ich komme mir etwas verloren vor – soll ich was sagen?
Kann ich meinen Gott trösten?
Da fällt mir ein, dass ich den Heiligen Geist bitten kann, mich zu leiten und mir zu sagen, was ich tun soll.
Was soll ich tun, Geist Gottes?
“Sing’ ein trauriges Lied, singe den Schmerz!”

Ich nahm dann meine Gitarre und begann zu spielen und in Zungen zu singen: a … … e … … F (das Echte mit Barré!) … a und wiederholte es lange.
Dabei sah ich, wie Gott versucht hatte, jemanden mit seinem Arm zu greifen. Seine Hand war ausgestreckt gewesen und er hatte zugegriffen – aber ins Leere. Der, den er fassen wollte, den er halten wollte und retten, der war doch entglitten und versunken oder gefallen. Ich konnte denjenigen nicht sehen, aber ich wusste, dass er weg war und dass Gott seinen Arm noch ausgestreckt hielt und nicht zurücknehmen wollte. Er war voll am leiden.
Mir viel ein Wort ein:
“Ich will mich nicht trösten lassen …”

Dann sah ich Blüten eines Apfelbaumes und wie Gott sie ergreifen wollte und halten. Ich sah, wie ihre Zukunft aussehen sollte: Ihre Blütenblätter sollten abfallen, eine kleine grüne Frucht – gerade entstanden – sollte sichtbar werden und ein stetiges Wachstum sollte beginnen. Und Gott würde es begleiten und sich von Tag zu Tag daran freuen.
Doch etwas ging schief. Die Blüte hatte zwar herrliche Blütenblätter und die fielen auch zu Boden – wie Schnee mit rosa Tupfen bedeckte sich der Boden. Aber was dann sichtbar wurde war, dass die Blüte nicht befruchtet worden war. Es blieb ein kleiner grüner Knubbel, der einer Frucht im jungen Stadium sehr glich. Aber der Knubbel wurde bald trocken und viel zu Boden. Und da waren nicht nur der eine, sondern hunderte und tausende. Die Schönheit der Blüten war vergessen vor Schmerz über ihre Fruchtlosigkeit.
Und Gott nahm sich die Sinnlosigkeit dieser Existenzen, die da zu Boden gefallen waren, sehr zu Herzen. Mir schien, als würde er um jede einzelne Blüte trauern, die nicht zur Frucht wachsen würde.
Und ich erkannte, dass in jedem Jahr die vielen dieser abgestürzten “Scheinfrüchte” ein Mahnmal sind und erinnern, dass Menschen an Ihrer Bestimmung vorbeilaufen und ihr Ziel nicht erreichen werden.

Dann sah ich, wie Gott sich über das Boot beugte, als wollte er ins Wasser schauen. Und er begann zu rufen. Er rief mit Schmerzen, dass ich ehrlich dachte, dass ich mich gleich übergeben werde, wenn ich das länger empfände. Er rief solche, die er nicht hatte halten können, die nicht in seiner Hand sein wollten oder sie nicht erkannt hatten.
Er schrie ihnen nach – nicht zornig, sondern mit dieser Verzweiflung und Hilflosigkeit: “Ich wollte nicht, dass ihr sterbt!! Ich wollte nicht Euer Unglück!! Warum habt Ihr nicht gehört?? Warum habt Ihr nicht auf mich gehört????. Ich habe Euch doch gerufen!”
Und dann weinte er wieder heftig und ungehemmt.
Dann wannte er sich mir zu.
“Ich will nicht, dass irgendjemand verloren geht.” Dabei schüttelte er heftig den Kopf. Hätte ich nicht gewusst, dass es Gott war, hätte ich es nicht geglaubt. “Wir müssen sie retten! Bitte!! Wir müssen sie retten!!!”
Herr, ich möchte Dir helfen, ich möchte der Mann sein, den du brauchst. Ich will mit Dir ein Retter sein. Sei Retter durch mich!

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